Gutartige Prostatavergrößerung Urolift

Die Häufigkeit der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) steigt mit zunehmendem Alter und ist eine sehr weitverbreitete Erkrankung. Immerhin 60% der Männer sind früher oder später von einer BPH betroffen.

Symptome der benignen Prostatahyperplasie

  • verzögerter Miktionsbeginn
  • schwacher Strahl
  • Restharngefühl
  • Drang, bis hin zur Harndranginkontinenz
  • häufiges und nächtliches Aufwachen zum Wasserlassen

Minimal-invasive Therapien

Bei den neu eingeführten minimal-invasiven Therapien handelt es sich um Technologien wie zum Beispiel die Prostata-Seitenlappenstraffung (UroLift, Neotract, Kalifornien, USA, Teleflex). Das iTIND-Implantat ist eine spezielle aus Nitinol geformte Spange, die für 5 Tage über die Harnröhre in die Prostata eingebracht wird und durch die Spannung die prostatischen Lappen auseinander drängt/zerschneidet. Anschließend wird diese wieder entfernt. In einer ersten Studie mit 30 Patienten konnte die Effektivität anhand der Verbesserung des IPSS um 45%, und des maximalen Harnflusses um 67% nach 12 Monaten belegt werden.

Das Uroliftverfahren, bei dem Implantate mit einem Anker und einem Gegenanker so appliziert wird, dass es zu einer Erweiterung der bisher eingeengten prostatischen Harnröhre kommt, hat sehr gute Ergebnisse mit wenig Nebenwirkungen oder Folgeerscheinungen. Bei diesem minimal-invasiven, unkomplizierten Verfahren ist kein Schneiden, Erhitzen oder Entfernen von Prostatagewebe erforderlich, was eine schnelle Erholung gewährleistet.

Resultierend aus der jeweiligen Größe der Prostata sind z. B. bei einer 50 g Drüse meist 4 Implantate notwendig. Diese werden entsprechend der obstruktiven Situation beidseits entsprechend positioniert.Dieser Eingriff kann schonend in Lokalanästhesie durchgeführt werden. In der Regel wird in Deutschland der transurethrale Katheter nach 24-48 Stunden entfernt. Es hat sich nach Studienlage gezeigt, dass die meisten Patienten nach der Katheterentfehrnung Wasser lassen können und eine subjektive Verbesserung des Harnstrahls nach 2 Wochen feststellten. Über den Zeitraum der Nachuntersuchungen (von aktuell bis zu 5 Jahren) wurde eine Verbesserung der Lebensqualität von annähernd 50% und eine Verbesserung des Harnflusses von 53% belegt.

Fazit

Das Gebiet neuartiger minimal-invasiver Technologien zur Behandlung von LUTS aufgrund von BPH/BPS ist ein dynamisches Gebiet. Die meisten minimal-invasiven Technologien setzen auf geringe Erholungszeit und geringe Morbidität für den Patienten. Das UroLift-Verfahren hat gleichbleibend gute funktionelle Ergebnisse gezeigt, mit dem Vorteil, die LUTS aufgrund von BPH/BPS zu verbessern und gleichzeitig die erektile und ejakulatorische Funktion zu erhalten.