Harninkontinenz bei Frauen – Behandlung mit dem TOT-Band
Derzeit betrifft die operative Behandlung von Harninkontinenz fast ausschließlich die Belastungsinkontinenz. Es gibt zahlreiche Behandlungsmethoden für die Belastungsinkontinenz. Die operative Methode wird für jeden Patienten individuell ausgewählt. Bei jeder geplanten operativen Behandlung wird eine umfassende urodynamische Untersuchung empfohlen. Bei der Wahl der Behandlungsmethode spielt die Art der Harninkontinenz eine große, wenn auch nicht die einzige Rolle. Die Wirksamkeit der besten Methoden liegt unmittelbar nach dem Eingriff bei 100%, jedoch kann die Harninkontinenz im Laufe der Zeit wieder auftreten. Bei den wirksamsten Methoden (TOT, Burch-Operation, künstlicher Schließmuskel-Sling) tritt die Harninkontinenz bei maximal 15% der Patienten 5 Jahre nach der Operation wieder auf, was bedeutet, dass die Chance auf eine vollständige Heilung nach 5 Jahren bei 85% liegt.
Das transobturatorische Band (TOT – Trans-Obturator Tape) wurde 2001 von Delorme als Alternative zum retropubischen TVT-Band (Tension-free Vaginal Tape) eingeführt. Beim TOT-Verfahren wird ein synthetisches Polypropylen-Band unterhalb des mittleren Abschnitts der Harnröhre platziert, wobei es durch die Abdecköffnungen im Becken verläuft. Der Hauptvorteil des transobturatorischen Ansatzes besteht darin, dass der Raum hinter dem Schambein umgangen wird, wodurch das Risiko einer Schädigung der Blase, der Beckengefäße oder des Darms ausgeschlossen wird. Das Band wird horizontal platziert, was das Risiko einer Harnröhrenobstruktion im Vergleich zur vertikalen Platzierung bei der TVT-Technik verringert.

TOT gilt nach wie vor als Goldstandard der chirurgischen Behandlung von SUI mit einer Langzeitwirksamkeit von 75-85% und einem akzeptablen Komplikationsprofil. Das Verfahren ist insbesondere bei Patientinnen mit schwerer SUI und ausgeprägter Hypermobilität der Harnröhre angezeigt.
Der Eingriff mit dem TOT-Band bei Belastungsinkontinenz wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff kann auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Er erfolgt vaginal und besteht darin, an den entsprechenden Stellen kleine Schnitte zu setzen, durch die das Band eingeführt werden kann. Die so platzierten Bänder wachsen in das Gewebe ein und regen die Kollagenproduktion an. Auf diese Weise wird die Harnblase gestärkt und vor Harnverlust geschützt. Der gesamte Eingriff dauert nicht länger als eine halbe Stunde, und die Patientinnen werden in der Regel noch am selben Tag oder am Tag danach nach Hause entlassen.
Die Eingriffe werden von Dr. med. Marek Chlamtacz, FEBU, Facharzt für Urologie und Allgemeinchirurgie, durch. Dr. med. Marek Chlamtacz, FEBU, führt seit 2005 Eingriffe mit dem TOT-Band durch. Er hat bereits über 500 solcher Eingriffe durchgeführt. Er verfügt über die größte Erfahrung in Polen und im deutschsprachigen Raum bei der Durchführung dieses Eingriffs.
Wir orientieren uns seit 2004 an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).
Potenzielle Kandidatinnen für eine operative Behandlung der Belastungsinkontinenz sind:
Frauen mit Belastungsinkontinenz (oder gemischter Inkontinenz, d. h. Belastungs- und Dranginkontinenz) bei starker Symptomatik, d. h. Urinverlust beim Gehen oder ohne Anstrengung (z. B. nächtlicher Urinverlust).|
- Frauen mit Belastungsinkontinenz (oder gemischter Inkontinenz) nach erfolgloser konservativer Behandlung.
- Bestimmte Patienten mit Inkontinenz im Rahmen neurologischer Erkrankungen auf der Grundlage einer urodynamischen Untersuchung.
- Patienten, bei denen alle konservativen Behandlungsmethoden gegen Belastungsinkontinenz versagt haben.
- Männer mit Belastungsinkontinenz nach Eingriffen an der Prostata.
Ist die operative Behandlung von Harninkontinenz mit dem
TOT-Band wirksam?
Die langfristige Wirksamkeit des TOT-Verfahrens ist in der wissenschaftlichen Literatur gut dokumentiert. Eine 2023 veröffentlichte Metaanalyse ergab eine subjektive Kurzzeitwirksamkeit (<1 Jahr) von 62-98%, während die Langzeitwirksamkeit (>5 Jahre) bei 43-92% lag. Vergleichbare Ergebnisse werden bei der TVT-Technik erzielt: 71-97% kurzfristig und 51-88% langfristig.
Eine prospektive Studie von Magon und Chopra (2012) mit 59 Patientinnen zeigte nach 6 Monaten Nachbeobachtung eine Wirksamkeit des TOT-Verfahrens von 93,2%. 86,4% der Patientinnen gaben an, mit den Behandlungsergebnissen insgesamt zufrieden zu sein.
Langzeitbeobachtungen bestätigen die Dauerhaftigkeit der Behandlungsergebnisse. Eine türkische Studie mit 83 Patientinnen und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 32,8 Monaten ergab eine subjektive Wirksamkeit von 68,7%. Ähnliche Ergebnisse wurden in einer deutschen Studie erzielt, in der die Wirksamkeit nach 5 Jahren Nachbeobachtung je nach den verwendeten Bewertungskriterien bei 72-85% lag.
Welche Behandlung ist bei Harninkontinenz am wirksamsten?
Eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigt, dass die TOT trotz höherer Anfangskosten langfristig die vorteilhafteste Option ist. Die geringere Reoperationsrate (8-15%) im Vergleich zu Bulkamid (20-35%) wirkt sich auf die abschließende wirtschaftliche Bewertung aus. Die Kosten der CO2-Lasertherapie sind vor dem Hintergrund der ungewissen Wirksamkeit und der potenziellen Notwendigkeit einer zusätzlichen Behandlung zu betrachten.